Stärkung der evidenzbasierten Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz - Ein Überblick

28. Januar 2025
Stärkung der evidenzbasierten Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz - Ein Überblick

Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit steht vor der Herausforderung, ihre Wirksamkeit in einer Welt multipler Krisen und sinkender Budgets weiter zu steigern. Ein kürzlich veröffentlichtes Policy Paper zeigt Wege auf, wie die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ihre führende Rolle in der evidenzbasierten Entwicklungszusammenarbeit stärken kann.

Basierend auf Empfehlungen der Parlamentarischen Verwaltungsprüfungskommission (PVK), einem Peer Review von 2020 und einer ETH-Studie werden drei zentrale Handlungsfelder identifiziert:

1. Stärkung der Nutzung von Evidenz

Die DEZA sollte den Zugang zu bestehender Evidenz verbessern, etwa durch eine benutzerfreundliche Datenbank nach dem Vorbild der deutschen KfW-Entwicklungsbank. Eine "Evidenz-Hotline" könnte DEZA-Mitarbeitende bei der praktischen Nutzung von Evidenz unterstützen. Zudem sollte Evidenz systematisch in Projektanträge und Evaluationen integriert werden.

2. Stärkung der Generierung hochwertiger Evidenz

Das Policy Paper empfiehlt die Festlegung einer Mindestanzahl robuster Evaluationen, insbesondere bei strategisch wichtigen Projekten und grösseren Budgets. Mindestens 1% der Schweizer APD-Mittel sollten für Monitoring, Evaluation und Learning reserviert werden. Die Wiedereinführung der "Impact Awards" könnte Schweizer NGOs zur Durchführung robuster Studien motivieren.

3. Schaffung einer institutionellen Evidenz-Kultur

Zentral ist die politische Priorisierung evidenzbasierter Entwicklungszusammenarbeit, etwa durch die Unterzeichnung des 3ie Global Evidence Commitment. Schulungen für DEZA-Personal und Partner sowie nicht-rotierende Expertenstellen sollen das notwendige Fachwissen sichern.

Diese Massnahmen zielen darauf ab, die Wirksamkeit der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit durch wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu steigern. Eine evidenzbasierte Entwicklungszusammenarbeit kommt nicht nur den Ärmsten zugute, sondern entspricht auch modernen Standards der Rechenschaftspflicht und stärkt die öffentliche Akzeptanz für Entwicklungszusammenarbeit.

Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit schneidet im internationalen Vergleich bereits gut ab. Die vorgeschlagenen Verbesserungen sollen nicht als Vorwand für Budgetkürzungen dienen, sondern als Chance verstanden werden, die Wirksamkeit weiter zu optimieren.


Dieser Blog-Post basiert auf dem Policy Paper "Stärkung der evidenzbasierten Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz" von Coopération Globale.

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